Zukünftig soll eine stärkere Nutzung von Wasserstoff in privaten Haushalten angewendet werden. Bereits heute könnte im bestehenden Netz dem Erdgas bis zu 20 Prozent Wasserstoff beigemischt werden.
Wasserstoff kann in den bestehenden Heizungen mit einem hohen Wirkungsgrad klimaneutral in Wärme umgewandelt werden. Die EU-Kommission will die Produktion klimafreundlichen Wasserstoffs in den kommenden Jahren mit Milliarden-Subventionen fördern. Bei der Nutzung von Wasserstoff entstehen keine Treibhausgase. Doch muss zur Herstellung mit großem Energieaufwand Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten werden. Klimafreundlich ist diese Elektrolyse nur, wenn dafür nachhaltig produzierte Energie verwendet wird, also zum Beispiel Strom aus Sonne oder Wind. Derzeit wird Wasserstoff noch zu mehr als 90 Prozent mit Hilfe fossiler Energien abgespalten, so genannter „grüner Wasserstoff“ ist etwa vier mal so teuer.
Die EU will den Wasserstoff vor allem für Prozesse verwenden, die sonst nicht zu annehmbaren Kosten klimafreundlich umgestaltet werden können. Das sind mittelfristig vor allem die Stahlproduktion und der Schwertransport. Die Bundesregierung hat Mitte Juni eine eigene Wasserstoffstrategie vorgestellt und Förderung im Umfang von neun Milliarden Euro angekündigt.
Die Heizungsbauer werben dafür, das Gasnetz als Energiespeicher zu nutzen und Wasserstoff zur Wärmegewinnung zu nutzen. Die Heizungsindustrie bietet mit Brennstoffzellen und Gasbrennwertgeräten sowie der Beimischung zum Gas bereits konkret umsetzbare Anwendungen.
Im Bereich der Haushalte kann heute der entsprechende Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die Weichen dafür müssen heute entsprechend gestellt werden, so dass man der Verantwortung für nachkommende Generationen gerecht wird.
Der Wärmemarkt stehe derzeit für bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionen und sei damit der relevanteste Sektor bei der Energiewende. Es besteht konkreter Handlungsbedarf. Klimaschutz ist eine Frage des Willens und keine der technologischen Möglichkeiten, denn diese sind heute vorhanden!
Die Wasserstoff-Beimischung zum Haushaltsgas könne perspektivisch bei entsprechender Ertüchtigung des Netzes noch gesteigert werden, erklären die Heizungsbauer. Zudem könne das Gasnetz als Speicher für erneuerbare Energien genutzt werden, wenn der überschüssige Strom über Power-To-Gas-Anlagen in Wasserstoff gewandelt werde.
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